Pressemeldung Nr. 266 vom

Gutachten belegen gescheitertes Betreiber-Konzept GRÜNE: Asse-Flutung stoppen

Den sofortigen Stopp aller vorbereitenden Arbeiten zur Flutung der Asse hat heute (Freitag) der Fraktionsvorsitzende der Grünen Stefan Wenzel gefordert. Die Ergebnisse des BMBF-Gutachtens zeigten eindeutig, dass die Radioaktivität offenbar schon länger aus den Lagerkammern austrete. Damit seien schon nach 30 Jahren sowohl die erste technische Barriere als auch die erste geologische Barriere durchbrochen. "Das muss Konsequenzen haben. Die Gefahr einer Trinkwasserkontamination hängt jetzt von den Druckverhältnissen im Bergwerk ab. Bevor weiter Fakten geschaffen werden, müssen alle denkbaren Handlungsoptionen verglichen werden", sagte der Grünen-Umweltpolitiker. 

Wenzel verweist auf ein Gutachten des - im Frühjahr verstorbenen – für die Asse zuständigen Referenten aus dem niedersächsischen Umweltministerium. Dieser hatte noch 1997 in einer Gefährdungsabschätzung vor einer im Salzbergbau üblichen Flutung des Bergwerks gewarnt. Diese komme wegen des eingelagerten Atommülls nicht in Frage. Das gelte auch für die Flutung mit Magnesiumlauge.

Wenzel forderte den niedersächsischen Umweltminister zudem auf, eine exakte Definition zur Abgrenzung von mittel- und hochaktivem beziehungsweise Wärme entwickelndem Müll vorzulegen. Die Akten zeigten, dass diese Definition schon damals strittig war. Man sprach zum Beispiel von "mittelaktivem Müll der oberen Kategorie". Die Analysen des TÜV brächten hier offenbar auch keine neuen Erkenntnisse. Die zentralen Annahmen der Betreiber seien nicht in Frage gestellt worden, die Lücke zwischen tatsächlich angelieferten Stoffen und der Deklaration sei offen und bis heute können weder Landes- noch Bundesumweltministerium eine exakte und vollständige Definition der Müllkategorien liefern. Man behelfe sich dort mit Analogieschlüssen und Vergleichen mit dem Planfeststellungsbeschluss von Schacht Konrad.

Wenzel: "Vier Jahrzehnte nach dem Beginn der Nutzung von Atomkraft zur Stromerzeugung, steht die Endlagerforschung vor einer Ruine. Das Vorzeigeobjekt Asse, vom Betreiber selbst als Prototyp für Gorleben erkoren, erweise sich als eine Atommüllklitsche, die uns für die Zukunft sehr teuer zu stehen kommt."

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