Pressemeldung Nr. 133 vom

Sicherheit bei Castor-Behältern nicht gewährleistet GRÜNE fordern Stopp aller Gorleben-Transporte

Nach aktuellen Pressemeldungen über Probleme bei der Sicherheitsüberprüfung von neuen Castor-Behältern hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel die Forderung nach einem Transportstopp ins Zwischenlager Gorleben erneuert. Offenbar sei die seit langem geäußerte Kritik an den Genehmigungskriterien und den Tests "mehr als berechtigt", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag (heute) in Hannover.

Ohne Versuche an Originalbehältern dürfe es keine Genehmigung für Behälter oder Transporte geben, sagte Wenzel. Tests an verkleinerten Behälter-Modellen und Computerberechnungen dürften nicht zur Grundlage des Sicherheitsnachweises gemacht werden. Das gelte auch für die französischen Behälter, mit denen in diesem Jahr der höchststrahlende Atommüll aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben transportiert werden soll.

Der Grünen-Politiker erinnerte daran, dass bereits im Sommer 2002 in der Fernseh-Sendung "Plus-Minus" Fehlberechnungen für einen anderen Castor-Behälter aufgedeckt worden seien. Auch hier habe die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) als Unternehmen der Atomkonzerne falsche Berechnungen und falsche Werkstoffkennwerte vorgelegt. Wenzel: "Mit Atommüll darf nicht wie mit normaler Technik hantiert werden. Das Prinzip von Versuch und Irrtum wird hierbei zu einer tödlichen Methode."

Die Grünen lehnen jegliche Transporte in das Zwischenlager Gorleben ab, weil damit die Vorfestlegung auf ein mögliches Endlager im Wendland zementiert werde.

Wenzel kündigte an, die Sicherheitsprobleme der Castorbehälter zum Gegenstand einer parlamentarischen Initiative zu machen.

Zurück zum Pressearchiv