Pressemeldung Nr. 213 vom

Herleitungsbericht zur Flutung mangelhaft GRÜNE fordern Stopp der laufenden Arbeiten in Asse II

Die Landtagsgrünen haben "den sofortigen Stopp aller Arbeiten" in der Schachtanlage Asse II gefordert. Die heutige (Dienstag) Unterrichtung durch Vertreter des Landkreises Wolfenbüttel, der Asse-Begleitgruppe und der Arbeitsgruppe Optionenvergleich habe gezeigt, dass der so genannte "Herleitungsbericht" als Grundlage für die Flutung der Anlage völlig mangelhaft sei, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel in Hannover. "Jetzt dürfen keine Fakten geschaffen werden, die andere Optionen wie die Rückholung oder die Stabilisierung des maroden Grubengebäudes unmöglich machen."

Der Bericht zeige, dass das Helmholtzzentrum München als Betreiber entgegen öffentlichen Verlautbarungen praktisch keinen Vergleich verschiedener Möglichkeiten zur endgültigen Stilllegung angestellt habe. Es werde lediglich die Flutung der Schachtanlage mit einer wässrigen Magnesiumsalz-Lösung verfolgt. Wichtige Rahmenbedingungen seien dabei gar nicht untersucht worden. "Das ist völlig unzureichend und gefährlich", sagte Wenzel. Kein Mensch könne vorhersagen, was bei der Flutung des Bergwerks mit dem Atommüll geschehen werde.

Wenzel bezweifelte zudem, dass das Niedersächsische Umweltministerium bis Juni dieses Jahres keine Kenntnis vom Auftreten der radioaktiven Laugen gehabt habe, die die zulässigen Grenzwerte für Cäsium 137 um ein Vielfaches überschritten. Der zuständige Referent im Umweltministerium habe offenbar bis zum Jahr 2005 im Landesbergamt gearbeitet und sei dort für die Asse zuständig gewesen. Mit seinem Wechsel ins Umweltministerium sei die Einbindung erfolgt und die Informationen des Landesbergamtes hätten zur Verfügung gestanden.

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