Stefan Wenzel im Gespräch mit Britta Bielefeld von Göttinger Tageblatt Interview: "Herausforderung"

Mit freundlicher Genehmigung des Göttinger Tageblattes

Im Interview mit Britta Bielefeld  

 

Diesen Text finden Sie jetzt auch auf der Homepage des GT

 

Sie sind seit einem Jahr Umweltminister in Niederdachsen. Ein Satz als Zusammenfassung:

Eine extrem spannende Herausforderung.

 

Welches war ihr erstes Projekt im Amt?

Eine neue gesetzliche Grundlage für die sichere Lagerung hochradioaktiven Atommülls und den Abschied von Gorleben als Endlager auf den Weg zu bringen. Gleich in meiner ersten Dienstwoche haben wir dafür die Weichen gestellt.

 

Welches Ereignis hat sie im vergangenen Jahr außerdem besonders beschäftigt?

Das Hochwasser an der Elbe. Denn mein Ministerium ist ja auch für den Hochwasser- und Küstenschutz zuständig.

 

Wie war Ihr erster Tag im Umweltministerium?

Kurz. Der Zeitplan war so eng, dass ich nur für wenige Minuten zur Begrüßung Vorstellung bei den Beschäftigten im Haus war und danach gleich wieder in den Landtag musste.

 

Und die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner, der SPD?

Ist konstruktiv. Wir haben viel geschafft, beispielsweise die Abschaffung der Studiengebühren, eine humane Flüchtlingspolitik und den Abbau von Barrieren für neue Gesamtschulen.

 

Welches war in ihrem ersten Ministerjahr ihr Lieblingsthema?

Der Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Wir wollen dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen und dabei auch die Kommunen einbeziehen.

 

Regierung statt Opposition. Wie ist das?

Viele von uns regieren zum ersten Mal. Wir haben einen Job übernommen, den wir lange aus der Opposition beobachtet haben. Wenn man ihn dann plötzlich selbst macht, stellen sich wirklich neue Herausforderungen.



Und was müssen Sie noch schaffen?

Ein großes Problem im Land ist die Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Und ein weiteres großes Thema sind die Flüsse. Die Versalzung der Werra und die Folgen der Flussvertiefungen werden uns noch beschäftigen.

 

Was können sie für ihre Heimat Südniedersachsen tun?

Ein dringendes Problem unserer Region ist der demographische Wandel. Wir brauchen im Süden eine bessere Regionalförderung. In Göttingen ein neues Projektbüro für Regionalförderung ein gerichtet; wir wollen mehr EU-Mittel in die Region holen.

 

Und für die Stadt Göttingen?

Die wichtigsten Standortfaktoren sind hier die Universität und das Klinikum. Auch nach dem Wegfall der Studiengebühren sollen die finanziellen Mittel für die Uni im gleichen Umfang erhalten bleiben.

 

Was ist ihr dringenstes Projekt für 2014?

Dass die Energiewende jetzt nicht ausgebremst wird. Dafür wollen wir eine Energie- und Klimaschutzagentur auf den Weg bringen, quasi als Dachorganisation für alle lokalen und kommunalen Initiativen.

 

Sie haben einen Wunsch frei ...

... dass alle Länder Europas die Finger von der Atomkraft lassen und erneuerbare Energien einsetzen.

 

Interview: Britta Bielefeld

 

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