Pressemeldung Nr. M67 vom

"Drei Fragen, drei Antworten:Grünen-Fraktionschef vermutet hochradioaktiven Abfall in der Asse" Interview Stefan Wenzel mit der "dpa"

Das frühere Bergwerk ist vom Einsturz bedroht, das Schließungskonzept der Betreiber umstritten. In der Asse lagern 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Der Vorsitzende des Ausschusses, Grünen- Fraktionschef Stefan Wenzel, vermutet jedoch, dass widerrechtlich auch hoch radioaktiver Müll eingelagert wurde.

Welche Belege haben Sie für diese Annahme?

 Wenzel: «Es gibt alte Genehmigungen, die zeigen, dass hier Kernbrennstoffe eingelagert wurden aus der Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe. Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEA) hat nach neuesten wissenschaftlichen Kriterien eine Umklassifizierung des Atommülls vorgenommen, das wurde in der Asse vermieden. Es sollte wohl nicht offensichtlich werden, dass auch wärmeentwickelnde, nach alter Klassifizierung also hoch radioaktive Abfälle angefallen sind.»

Welche Konsequenzen müssen aus den bisherigen Erkenntnissen gezogen werden?

 Wenzel: «Alle noch laufenden Arbeiten zur Flutung der Asse müssen sofort gestoppt werden. Außerdem muss das radioaktive Inventar durch eine Beprobung geklärt werden. Was ist da tatsächlich drin und in welcher Größenordnung?»

Was wäre aus Ihrer Sicht die beste Lösung?

 Wenzel: «Es wäre mir das liebste, wenn der Atommüll aus der Asse zurückgeholt werden könnte, da er nach menschlichem Ermessen dort nicht sicher gelagert werden kann. Zunächst käme für die Lagerung ein Zwischenlager infrage. Wir müssen aber auch feststellen, dass es bis heute kein sicheres Endlager für Atommüll gibt. Gorleben muss erneut auf den Prüfstand.»

 Gespräch: Michael Kirner, dpa

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