Universität Göttingen Stellungnahme zum Abtritt der Präsidentin

Zum Abtritt der Präsidentin der Universität Göttingen Ulrike Beisiegel erklärte der Göttinger Abgeordnete Stefan Wenzel (Grüne):

Ulrike Beisiegel hat in Göttingen wichtige Zeichen gesetzt. Sie hat die Universität im Bewusstsein der Stadt neu verankert. Anders als viele Vorgänger hat sie den Dialog mit der Stadtgesellschaft bewusst gesucht. Sie war sich der Bedeutung der Universität für die Entwicklung der Stadt bewusst, wusste aber auch wie zentral das Image einer weltoffenen und lebenswerten Stadt für eine Universität ist. Das ist gerade für die Studienplatzwahl junger Menschen von Bedeutung. Sie hat das Thema Nachhaltigkeit auf die Agenda gesetzt und mit dem Forum Wissen ein Projekt angeschoben, dass einen sichtbaren Bogen schlagen kann von den bedeutenden historischen Wegmarken der Universität zu künftigen Debatten über die Ziele von Forschung und Wissenschaft. 

Höchste akademische Weihen als Exzellenz Universität blieben Göttingen am Ende genauso verwehrt wie Hannover und Braunschweig. Es ist daher zu billig das Ergebnis des Auswahlverfahrens allein der Präsidentin aufs Butterbrot zu schmieren. Es handelt sich vielmehr um eine Teamleistung und auch das Agieren des zuständigen Ministers in den letzten Tagen des Auswahlverfahrens darf man dabei nicht aus dem Blick verlieren. 

Es stünde der Universität gut zu Gesicht, wenn es eine offene Debatte über die Frage gäbe, was eine exzellente Universität, die in der Tradition der Aufklärung steht heute auszeichnen muss. Wie die Freiheit der Wissenschaft gegen autoritäre Angriffe verteidigt werden kann. Wie sichergestellt werden kann, dass Wissenschaft die entscheidenden Beiträge zur Bewältigung grosser gesellschaftlicher Herausforderungen leistet. Dabei müssten auch Kritiker ihre Ideen und Visionen öffentlich vorstellen. Das Grummeln im akademischen Bauch reicht nicht. 

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