Abstandsforderungen aus Adelebsen wären das Ende für die Energiewende Windrad Debatte im Landkreis Göttingen

„Wer sich die Abstandsforderungen des bayrischen Ministerpräsidenten zu eigen macht, gefährdet die Energiewende in ihrer Substanz“, sagte der Göttinger Abgeordnete und Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel zu Forderungen aus der Gemeinde Adelebsen. Da die Dörfer im Landkreis oft nur 3-4 Kilometer auseinanderlägen, würde bei 2 km Abstand in beiden Richtungen praktisch keine Fläche übrigbleiben. Auch bei 1,5 km sei der verbleibende Flächenanteil sehr gering. Das Land orientiere sich daher mit seinen Empfehlungen an geltenden Lärmschutzgrenzwerten nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Die seien um ein vielfaches schärfer als die Lärmschutzgrenzwerte beim Straßenbau. Die Kommunen könnten aber weitere Abstände vorsehen als die Mindestabstände des Bundesimmissionschutzgesetzes.

Wenzel wies auch den Vorwurf zurück, dass die Planungshoheit der Gemeinden bedroht sei. Das Gegenteil sei richtig: Das Land wolle den Kommunen für ihre Planungen mehr Rechtssicherheit, Beratung und Orientierung geben. Darauf ziele auch der Kreis. Allen Beteiligten müsse aber klar sein, dass eine Verhinderungsplanung nicht zulässig sei. Das habe das Bundesverwaltungsgericht schon 2007 sehr deutlich vertreten.

Mit Blick auf den Naturschutz sagte Wenzel: „Das Thema nehmen wir sehr ernst, die größte Bedrohung der Artenvielfalt auf unserem Planeten liege aber in einer dramatischen Verschiebung der Klimazonen und beim Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Studien aus den USA sagten einen Rückgang der nordamerikanischen Vogelpopulation um 50 Prozent bis 2080 voraus, wenn der Trend beim Klimawandel anhalte und die Emission der Treibhausgase nicht gestoppt werde.

Wenzel: „Wir können und wir müssen unseren Energieverbrauch deutlich senken. Die Hälfte dessen, was wir heute verbrauchen lässt sich mit bereits verfügbaren technischen Mitteln einsparen“. Das sei auch viel billiger als die Produktion von Strom oder Wärme aus fossilen oder nuklearen Quellen. Für den Rest bräuchten wir aber Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Dabei werde die Windkraft eine wichtige Rolle spielen.

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